KI-Suche: So wirst du bei Google AI und ChatGPT gefunden
Seit 2025 beantwortet Google viele Fragen direkt auf der Suchergebnisseite. Was das für lokale Betriebe bedeutet – und wie du trotzdem gefunden wirst.
Seit 2025 beantwortet Google viele Suchanfragen direkt oben auf der Seite — noch bevor jemand auf deinen Link klickt. Die Zahlen dazu sind unangenehm klar: Websites auf Position 1 verlieren bis zu 60 % ihrer Klicks, wenn Google AI Overviews über ihnen erscheinen. Laut Sistrix gehen in Deutschland so 265 Millionen organische Klicks pro Monat verloren.
Gleichzeitig fragen immer mehr Menschen bei ChatGPT, Perplexity oder Gemini nach lokalen Dienstleistern. Wer dabei nicht vorkommt, existiert für diese Nutzer schlicht nicht.
Was bedeutet das konkret für einen Handwerksbetrieb, ein Restaurant oder eine kleine Dienstleistungsfirma? Und was kannst du tun?
Was Google AI Overviews für dein Ranking bedeuten
Google AI Overviews sind seit dem Frühjahr 2025 in Deutschland aktiv. Bei rund 20 % aller Suchanfragen erscheint über den organischen Ergebnissen eine KI-generierte Zusammenfassung — mit Quellenangaben, aber ohne dass der Nutzer zwingend auf eine Website klicken muss.
Die Auswirkungen auf den organischen Traffic sind spürbar. Wenn ein AI Overview über deinem Link erscheint, sinkt die Klickrate von früher durchschnittlich 27 % auf 11 %. Knapp 60 % weniger — direkt auf Position 1.
Nicht alle Bereiche sind gleich betroffen. Informations-Content leidet am meisten: Ratgeber, How-To-Artikel, FAQs — dort gehen bis zu 25 % des Traffics verloren. Transaktionale Suchen, bei denen jemand konkret kaufen oder buchen will, bleiben deutlich stabiler.
Und für lokale Betriebe gibt es eine Dynamik, die das Bild komplett dreht.
Warum lokale Betriebe nicht in Panik verfallen müssen
Stell dir vor, jemand googelt „Dachdecker Stuttgart“ oder „Friseur Filderstadt“. Bei solchen konkreten, transaktionalen Anfragen zeigt Google kein AI Overview — sondern das Local Pack mit Google Maps, Bewertungen und Telefonnummer. Das war schon immer das Feld, das für lokale Betriebe zählt. Daran hat sich nichts geändert.
Laut Studien rufen 70 % der Menschen, die einen lokalen Anbieter in der Suche finden, ihn innerhalb von 24 Stunden an. Die lesen keinen Ratgeber — die wollen jemanden beauftragen.
Das heißt: Dein Google Business Profile ist 2026 wichtiger als deine Platzierung bei informativen Suchanfragen. Wer sein GBP vernachlässigt, verliert mehr als wer sich keine Gedanken über AI Overviews macht. Wie du dein Profil konkret aufstellst, habe ich im Artikel Google Business Profile optimieren — So rankst du 2026 lokal ganz oben erklärt.
ChatGPT und Perplexity: Die Suchen, die in deiner Statistik unsichtbar sind
Hier wird es interessant. Und ein bisschen unbequem.
Immer mehr Menschen nutzen ChatGPT, Perplexity oder Gemini nicht als Chatbot, sondern als Suchmaschine. Sie fragen: „Welcher Elektriker in Stuttgart hat gute Bewertungen?“ oder „Was kostet ein Badezimmerumbau grob?“
Das Problem: Diese Zugriffe tauchen in deinem Google Analytics nicht auf. Du siehst sie nicht. Trotzdem nennen laut einer Analyse bereits 21 % der Neukunden in bestimmten Branchen ChatGPT als den Weg, über den sie auf einen Anbieter gestoßen sind.
Google hält zwar noch fast 90 % Marktanteil — aber ChatGPT und Perplexity wachsen. Bei manchen Unternehmen kommen inzwischen 10–20 % der Besuche aus KI-Quellen, ohne dass das im Reporting auftaucht. Wer dort nicht vorkommt, verliert Kunden ohne Warnsignal.
GEO — was hinter dem Begriff steckt
GEO steht für Generative Engine Optimization. Kein Buzzword, das ich mir ausgedacht habe — es beschreibt, was sich im SEO gerade verschiebt.
Klassisches SEO fragt: Wie kommt mein Link auf Seite 1? GEO fragt: Wie werde ich von einer KI als Quelle zitiert?
Die Antwort ist einfacher als gedacht. KI-Modelle wie ChatGPT oder Googles AI Overviews greifen auf Inhalte zurück, die bestimmte Merkmale haben: klare Struktur mit Überschriften und Listen, echte spezifische Informationen, nachweisbare Expertise durch konkrete Erfahrungen und Zahlen, lokaler Bezug wo relevant — und Glaubwürdigkeit, was Google seit Jahren als E-E-A-T bezeichnet (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness).
Wer als Quelle zitiert wird, gewinnt laut Daten bis zu 80 % mehr Klicks — weil Nutzer weiterlesen wollen. Wer nicht zitiert wird, ist schlicht nicht da.
5 Dinge, die jetzt wirklich helfen
Strukturiere deinen Content so, dass er scannbar ist. Überschriften, die echte Orientierung geben. Kurze Absätze. Listen, wo sie Sinn ergeben. KI-Modelle greifen auf Inhalte zurück, die sich schnell verarbeiten lassen — genau wie menschliche Leser auch.
Schreib FAQ-Sektionen zu deinen Leistungen. „Was kostet eine Badezimmersanierung?“ direkt und konkret beantwortet — das ist genau das Material, aus dem KI-Antworten gemacht werden. Fünf solche Fragen auf deiner Leistungsseite können mehr bringen als ein langer Ratgeber-Artikel.
Zeig echte Erfahrung. Projektberichte, Vorher-Nachher-Beispiele, konkrete Zahlen aus deiner Arbeit. „Wir haben in einem 80qm-Altbau die komplette Elektrik in drei Wochen erneuert — das ist für diese Hausgröße realistisch, wenn...“ — solche Aussagen werden von KI als vertrauenswürdig eingestuft. Allgemeine Formulierungen nicht.
Stärk den lokalen Bezug. Nicht „Elektriker in Stuttgart“ als geklebtes Keyword, sondern echte Regionalbezüge: Welche Besonderheiten haben Altbauten in Ludwigsburg? Was müssen Hauseigentümer im Filstal beachten? Das klingt glaubwürdig — und wird von KI-Modellen stärker gewichtet.
Halt dein Google Business Profile auf dem neuesten Stand. Posts, Fotos, vollständige Leistungsbeschreibungen, aktuelle Öffnungszeiten. Das GBP wird inzwischen als Vertrauenssignal nicht nur für Google Maps, sondern auch für AI Overviews genutzt.
Zitiert werden statt verdrängt werden
Das eigentliche Ziel hat sich verschoben. Früher ging es darum, auf Seite 1 zu ranken. Heute geht es darum, als glaubwürdige Quelle zu gelten — egal ob in Google, ChatGPT oder Perplexity.
Das bedeutet mehr Arbeit an echtem Content. Aber es ist Arbeit, die nicht veraltet. Schnell zusammengeschriebener Text, der auf Keywords optimiert ist aber nichts sagt, hat an Wirkung verloren — nicht erst seit den AI Overviews. Die KI macht es nur offensichtlicher.
Was das konkret für deine Website-Strategie bedeutet
Der grundlegende Rat ändert sich nicht: Eine Website, die schnell lädt, klar strukturiert ist und echte Informationen liefert, wird weiterhin gefunden. Die Grundsätze, die Google seit Jahren verlangt, sind dieselben, die ChatGPT und Perplexity ebenfalls bewerten.
Was sich ändert: Der Wettbewerb um informationalen Traffic wird härter. Wer mit Ratgeber-Content Sichtbarkeit aufbauen will, muss tiefer gehen. Oberflächliche Texte kommen seltener durch als früher.
Für lokale Betriebe bleibt die wichtigste Erkenntnis: Der direkte Weg über Google Maps und das Local Pack funktioniert genausogut wie zuvor. Alles, was du zum Grundhandwerk lokales SEO brauchst, findest du im Artikel Lokales SEO — So wirst du in deiner Stadt gefunden.
Wenn du konkret wissen willst, wie deine Website gerade dasteht — mach den kostenlosen Website-Check. Ich schau mir die Seite persönlich an und sag dir, wo Potenzial liegt.
Marius Klingl
Webentwickler aus Stuttgart. Baut schnelle, moderne Websites die Kunden bringen — keine Templates.